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Atemwegserkrankungen

   

Akute Atemwegserkrankungen
Bei akuten Erkrankungen der Atemwege besteht keine Tauchtauglichkeit. Bei banalen Erkältungen (Husten/Schnupfen) besteht die Gefahr eines Barotraumas des Innenohres und der Nasennebenhöhlen, da durch die Schleimhautschwellung die Belüftung des Innenohres und der Nasennebenhöhlen eingeschränkt sein kann. Auch der Einsatz von abschwellenden Nasentropfen ist hier nicht sinnvoll, da zwar anfänglich ein Druckausgleich möglich sein kann, bei Nachlassen der Wirkung jedoch der Überdruck in den luftgefüllten Hohlräumen beim Auftauchen möglicherweise nicht mehr entweichen kann. Bei einer akuten Bronchitis kommt es zur Schleimhautschwellung und vermehrten Schleimbildung und damit auch zur Einengung der Bronchien mit der Gefahr eines Barotraumas der Lunge.
  
Asthma bronchiale
Chronische Erkrankung der Atemwege, bei der es durch eine Entzündung der Schleimhaut zu einer Schwellung und vermehrten Schleimbildung und durch eine Verkrampfung der Bronchialmuskulatur zu anfallsartiger Luftnot und Husten oder auch zu Belastungsluftnot kommt. 10 % der Kinder und 5 % der Erwachsenen leiden an Asthma. Die Gefahr beim Tauchen ist einmal das Auftreten eines Asthmaanfalls durch die trockene und kalte Pressluft mit der Gefahr des Ertrinkens und zum anderen eines Barotraumas der Lunge infolge verengter Atemwege mit dem Risiko einer Lungenüberdehnung.
Kinder mit Asthma dürfen nicht tauchen.
Die Tauchtauglichkeit bei Erwachsenen mit Asthma hängt von der Krankheitskontrolle ab, das heißt, ob die Patienten mit oder ohne dauerhafte Medikamenteneinnahme beschwerdefrei sind und eine normale Lungenfunktion aufweisen. Voraussetzung ist aber eine ausreichende Krankheitseinsicht und –verständnis. Die Krankheitskontrolle kann sich zum Beispiel durch Infekte oder durch eine allergene Belastung bei allergischem Asthma ändern. Bei einer Verschlechterung besteht dann vorübergehend bis zur Besserung keine Tauchtauglichkeit. Es wird empfohlen, dass die Patienten vor jedem Tauchgang ihren Peakflowwert (maximale Atemstromstärke bei schneller Ausatmung) selber mit einem Peakflowmeter messen. Tauchen wird nur bei einem Wert über 80% vom persönlichen Bestwert empfohlen. Des weiteren sollten Asthmatiker 15 min vor jedem Tauchgang ein schnellwirkendes bronchienerweiterndes Medikament inhalieren (Notfall- oder Bedarfsspray, z.B. Salbutamol). Patienten mit Belastungsasthma, einer Sonderform des Asthmas, bei der es zu Asthmaanfällen unter körperlicher Belastung kommt, dürfen nicht tauchen.
   
Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD)
Chronische Atemwegserkrankung mit Entzündung der Bronchialschleimhaut, die in westlichen Ländern am häufigsten durch Zigarettenrauchen ausgelöst wird. In unterschiedlicher Schweregradausprägung kommt es über chronischem Husten mit Auswurf, zu zunehmender Luftnot bei dauerhafter Einengung der Atemwege bis hin zu einer irreversiblen Zerstörung des Lungengewebes mit Ausbildung eines sog. Lungenemphysem (irreversible Erweiterung und Zerstörung der Lungenbläschen). Nur bei einer leichten COPD (Einsekundenkapazität FEV1 über 80%) darf getaucht werden. Bei einer Einschränkung der Lungenfunktion und bei Vorliegen eines Emphysems besteht wegen der Gefahr einer Lungenüberdehnung mit Auftreten eines Lungenrisses keine Tauchtauglichkeit.
   
Erkrankung im HNO-Bereich (Hals-Nasen-Ohren)
Bei chronischen Erkrankungen und nach Operationen im HNO-Bereich sollte vor der Tauchtauglichkeitsuntersuchung eine HNO-ärztliche Untersuchung unter dieser Fragestellung erfolgen.
(Quelle: Tetzlaff K., Klingmann C, Muth C.-M., Piepho T., Welslau W.: Checkliste Tauchtauglichkeit. Stuttgart: Gentner 2009)